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Der NABU Insektensommer – Mach mit beim Insektenzählen

Marienkäfer

Beim NABU Insektensommer 2020 können alle mitmachen. Neu ist die Entdeckungsfrage: Welche Marienkäfer kommen häufiger vor – der Siebenpunkt-Marienkäfer oder der Asiatische Marienkäfer?

Marienkäfer (Coccinellidae)

Der Insektensommer 2020 ist vorbei!

Update 01. September 2020

Viele Menschen haben geschaut, gezählt und gemeldet! Die am häufigsten gesichteten Insekten in diesem Jahr:

  • Platz 1 für die Ackerhummel
  • Platz 2 für die Honigbiene und
  • Platz 3 für den Siebenpunkt-Marienkäfer

Bei der Entdeckerfrage stand der Marienkäfer in diesem Jahr im Fokus. Insgesamt wurde der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer öfter gesichtet. Zwar ist der Asiatische Marienkäfer mittlerweile in ganz Deutschland verbreitet, doch verdrängt hat er den Siebenpunkt noch nicht. Wie wird es wohl nächstes Jahr aussehen?

Zählst du nächstes Jahr wieder mit? Dann notiere dir gleich den Termin für den NABU Insektensommer 2021 – vom 4. bis 13. Juni und vom 6. bis 15. August 2021.

NABU Insektensommer Update 11. August 2020

Auch der zweite Zählzeitraum für den NABU Insektensommer 2020 ist nun beendet. Melde deine Ergebnisse noch bis zum 16. August 2020 an den NABU.

Der erste Zählzeitraum des Insektensommers ist vorbei. Viele fleißige Helfer haben zehn Tage lang die unterschiedlichsten Insekten gezählt. Welches Insekt wurde wohl am häufigsten gesichtet? Nein, es war nicht der Marienkäfer, sondern die Steinhummel. Sie belegt in der Halbzeit den ersten Platz. Die Zwischenergebnisse vom Insektensommer findest du auf der Webseite des NABU. Die nächste Runde läuft vom 31. Juli 2020 bis zum 9. August 2020. Sei dabei und zähle mit!

NABU Insektensommer: Warum soll ich Insekten zählen?

In den letzten Jahren ist die Zahl der Fluginsekten in Deutschland gesunken. Bienen, Schmetterlinge & Co. sind nützliche Helfer, die für die Natur enorm wichtig sind. Damit die Umweltschützer wissen, welche Arten und Populationen bundesweit vorkommen, sind sie auf deine Hilfe angewiesen.

In diesem Jahr startet die Aktion bereits zum dritten Mal. Der Insektensommer ist eine tolle Mitmachaktion für alle Generationen – ob alleine, mit deinem Partner oder als Familie. Es macht Spaß und zugleich lieferst du dem NABU wichtige Daten, welche Insekten in deiner Umgebung vorkommen. Die erste Runde läuft vom 29. Mai bis 7. Juni, die zweite vom 31. Juli bis 9. August.

Die Entdeckungsfrage 2020 beim NABU Insektensommer dreht sich um den Marienkäfer.

Wo kann ich beim NABU Insektensommer mitmachen?

Am besten ziehst du an einem sonnigen, trockenen und windstillen Tag los. Dann ist die Chance am größten viele Insekten zu sehen. Suche dir ein schönes Ausflugsziel in Rheinhessen und mache es dir gemütlich. Insekten findest du aber auch auf dem Balkon, im Garten oder auf der Wiese. Rund eine Stunde solltest du zum Beobachten einplanen. Im Umkreis von wenigen Metern zählst du nun die Insekten, die du an deinem Platz entdeckst.

Ich werde in diesem Jahr die Insekten zu Hause zählen. In unserem naturfreundlichen Beet summt und brummt es schon seit Tagen. Katzenminze und Duftnessel locken so viele Bienen und Hummeln an, dass ich beim Zählen bestimmt durcheinander komme. Marienkäfer werde ich sicherlich auch sehen, denn an den Apfelbäumchen haben es sich einige Blattläuse gemütlich gemacht.

Ab Mai öffnet die Duftnessel ihre Blütenkolben. Dann zieht die duftende Staude unzählige Hummeln und Schmetterlinge an.

Schon gewusst?

Wenn du in Rheinhessen unterwegs bist, siehst du häufig den hübschen Inkarnat-Klee (Trifolium incarnatum). Er wird in Blühstreifen und gemeinsam mit anderen Pflanzenarten im ökologischen Weinbau als Begrünung eingesetzt und erfüllt dort wichtige Aufgaben. Neben den Vorteilen für Boden und Reben profitieren auch viele Nützlinge wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge von den Blühmischungen. Sie bedienen sich gerne am reichhaltigen Futterbuffet und laben sich am üppigen Pollen- und Nektarangebot.

Blütenpracht und Weinreben in Rheinhessen

NABU Insektensommer: Welche Insekten soll ich zählen?

Du kannst beim Insektensommer natürlich alle Insekten zählen, die um dich herumschwirren. Allerdings wird dir das wahrscheinlich bald zu viel. Da Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sich häufig bewegen, kommst du beim Zählen schnell ins Schwitzen. Besser ist es, sich auf wenige Arten zu konzentrieren oder noch einfacher bei der Entdeckerfrage mitzumachen.

Was krabbelt denn hier?

Bei der Entdeckerfrage beim NABU Insektensommer geht es um die Marienkäfer – auch bekannt als Glückskäfer. Vielleicht bringt dir das Zählen von Marienkäfern sogar Glück? Der bekannteste Marienkäfer ist der Siebenpunkt-Marienkäfer mit seinen markanten sieben schwarzen Punkten. Auch der Asiatische Marienkäfer ist in Deutschland vertreten. Durch deine Zählung hilfst du mit herauszufinden, welcher dieser beiden Käfer häufiger zu finden ist. Wichtig ist beim Zählen: Wie viele Exemplare einer Art siehst du gleichzeitig?

Dieser Marienkäfer macht die Zählung einfach – er bleibt still sitzen.

Wie unterscheide ich die Marienkäfer?

In Deutschland gibt es rund 80 verschiedene Arten, wobei der einheimische Siebenpunkt-Marienkäfer am häufigsten vorkommt. Zunehmend macht sich aber der Asiatische Marienkäfer bei uns breit und verdrängt die heimischen Marienkäfer-Arten. Er verspeist mehr Blattläuse als der Siebenpunkt, sucht seine Winterquartiere später auf und vermehrt sich rascher. Durch die markanten äußeren Merkmale kannst du die beiden leicht unterscheiden.

Dieser Marienkäfer hat sich ein schattiges Plätzchen gesucht.

So sieht der Siebenpunkt-Marienkäfer aus:

Der kleine Glücksbringer ist fünf bis acht Millimeter lang und hat ein pechschwarzes Kopfschild. Auf den roten Flügeldecken siehst du sieben schwarze Punkte. Diesen Punkten hat er auch seinen Namen zu verdanken, wissenschaftlich heißt er Coccinella septempunctata.

So sieht der Asiatische Marienkäfer aus:

Erwachsene Asiatische Marienkäfer sind zwar unterschiedlich gefärbt, haben aber alle eine markante Zeichnung auf dem Brustteil. Siehst du das charakteristische „W“ auf dem Kopfschild, handelt es sich um den asiatischen Verwandten mit dem wissenschaftlichen Namen Harmonia axyridis.

Schon gewusst?

Als Glückssymbole sind die niedlichen Krabbeltiere sehr beliebt. Sogar Gedichte wurden ihnen gewidmet. Mehr als 5.000 Marienkäferarten soll es weltweit geben, darunter der in Deutschland beheimatete Zweipunktmarienkäfer und der Fünfpunktmarienkäfer. Der beliebteste ist jedoch der Siebenpunktmarienkäfer. Und dafür, dass die Käfer recht klein sind, haben sie einen gesunden Appetit.

Sie vertilgen Blattläuse, Spinnmilben, Schildläuse, Wanzen und ähnliches Getier – alles, was der Gärtner nicht unbedingt in seinem Garten haben möchte. Und damit der Marienkäfer beim Fressen nicht gestört wird, ist er gegen Angreifer bestens gerüstet. Seine Verteidigung ist einfach – aber wirksam! Bei Gefahr sondert er eine übelriechende Flüssigkeit ab und stellt sich tot. Nützt das nichts, hat sich der Angreifer trotzdem verschätzt, denn der kleine Käfer schmeckt bitter. Ein Angriff lohnt sich also nicht!

Ob sich hier auch Marienkäfer verstecken? Hummeln lieben den roten Mohn auf jeden Fall.

NABU Insektensommer: Kann ich auch Hummeln oder Bienen zählen?

Jeder Sechsbeiner kann beim NABU Insektensommer gemeldet werden. Dabei wurden acht Kernarten für die beiden Aktionszeiträume ausgewählt, nach denen du auf jeden Fall Ausschau halten kannst. Im Juni ist die Steinhummel – Bombus lapidarius – dabei. Sie mag den Nektar von Taubnesseln und verschiedenen Kleearten und ist an Waldrändern oder Hecken anzutreffen.

Ihre Nester baut sie gerne unter Mauern oder Steinhaufen. Die Tiere sind schwarz mit einem braunroten Hinterleibende, wobei sich männliche Steinhummeln mit einer gelben Binde auf der Brust schmücken. Natürlich kannst du beim Insektensommer auch andere Hummel- oder Bienenarten beobachten.

Ab Anfang Mai leuchten die hübschen blau-violetten Blüten der Katzenminze und ziehen Insekten magisch an.

Was kannst du für Bienen und Hummeln zu Hause tun?

Hast du einen eigenen Garten oder kleinen Balkon? Dann kannst du die nützlichen Helfer in dein Zuhause einladen. Wildblumenwiesen, Obstbäume und –sträucher oder eine Kräuterschnecke bieten den summenden Tieren eine Menge Pollen und Nektar. Je mehr verschiedene Blütenpflanzen du ansiedelst, desto mehr Arten werden ihren Appetit in deiner Umgebung stillen. Auch Töpfe und Kübel eignen sich für zahlreiche Blumen. Bienen mögen es farbenfroh. Sie lieben alles, was bunt ist und duftet und fliegen vor allem auf die Farben Blau und Gelb.

Ein üppiges Buffet für Insekten.

Auch die Hummeln bevorzugen blauviolette Blüten, denn diese liefern oft besonders viel Nektar. Damit Bienen und Hummeln sicher landen können, brauchen sie den passenden Landeplatz und die für sie geeignete Blütenform. Denke hier nur an die „dicken“ Hummeln, für die ein zartes Pflänzchen nicht stabil genug wäre. Und da die kleinen Bestäuber unterschiedlich lange und kräftige Mundwerkzeuge haben, ist nicht jede Pflanze für alle geeignet. Pflanzt du also verschiedene Blütenformen, tust du damit vielen Bestäuberarten etwas Gutes.

Tipp:

Dauerblüher sind bei Bienen und Co. besonders gefragt. Duftnesseln etwa blühen sehr lange und öffnen immer wieder neue Blüten. Und mit Astern füllst du das Futterbuffet vom Frühjahr bis zum Herbst immer wieder neu auf, denn die hübschen Blumen sind in vielen saisonalen Varianten erhältlich.

Im Handel bekommst du bienenfreundliche Blühmischungen in vielen Varianten. Achte auf Saatgutmischungen von Pflanzen mit unterschiedlichen Blütenzeiten. So kehren Bienen und Hummeln gerne bei dir ein und du hast rund ums Jahr Freude an bunten Farbtupfern im Garten.

Gestalte Garten, Beet oder Balkon einladend für dich und für die Insekten.

Diese Naturfilme zeigen dir die Welt der Insekten

Magst du noch mehr über Bienen erfahren? Dann lege ich dir diese beiden Filme von Jan Haft ans Herz. Seine Tier- und Naturfilme wurden vielfach prämiert. Im Film „Die Wiese – Ein Paradies nebenan“ kannst du neben vielen anderen Tieren die fleißigen Bestäuber bei ihrer Arbeit beobachten. Und in der Naturdoku „Wildbienen und Schmetterlinge“ zeigt er dir auf unterhaltsame Art den spannenden Alltag der Insekten. (unbezahlte und unbeauftragte Werbung)

Bienen, Hummeln & Co. zählen auf dich! Willst du ihnen helfen, dann mach mit beim NABU Insektensommer 2020. Weitere Infos zum Insektensommer findest du beim NABU, darunter die Insektensommer Zählhilfe und das Insektensommer Meldeformular.

Bunt, farbenfroh und gut für Natur und Mensch. Insekten kommen hier gerne vorbei.

Rheinhessen Insider Tipp – Marienkäfer zählen bei Worms-Rheindürkheim

Im Naturschutzgebiet Rohrwiesen bei Rheindürkheim findest du jede Menge Marienkäfer. Parke dein Fahrzeug kostenlos auf dem ausgewiesenen Parkplatz und mache dich auf den Weg. Nach wenigen Metern siehst du bereits die Aussichtsplattform am Seegraben, die im März 2016 eröffnet wurde. Hier kannst du zahlreiche Vogelarten beobachten, die das Feuchtgebiet als Rast- und Brutplätze nutzen.

Blick von der Aussichtsplattform am Seegraben bei Worms

Wenn du weiter zur Beobachtungshütte läufst, siehst du auf deinem Weg vielleicht eine Entenfamilie, die hier vorbei schwimmt. Wir waren so fasziniert von den kleinen Enten, dass wir sie leider nicht fotografiert haben. Aber ein Wasservogel kam noch vorbei…

Wasservögel haben Vorfahrt!

Auf dem Weg zur Beobachtungshütte – erbaut durch den NABU Worms – hörst du es zwitschern, quaken und trillern.

Ein vielstimmiges Konzert begleitet dich auf dem Weg zur Beobachtungshütte.

An der Wegkreuzung folgst du dem Hinweisschild „Rundweg“ und kommst so den kleinen Käfern immer näher. In den Büschen bis zur Hütte tummeln sich jede Menge Marienkäfer, wobei du sie beim Schlafen, Fressen und beim Fliegen beobachten kannst. Hier siehst du eine Vielzahl von Arten, denen es dort gut zu gefallen scheint. Für die NABU-Zählaktion beim Insektensommer ist das ein wunderschöner, ruhiger Platz und du kannst, wenn du magst, anschließend dem Rundweg Rohrwiesen am Seegraben weiter folgen.

NABU Insektensommer – Hier lohnt sich die Zählung!
Auf dem Weg zur Beobachtungshütte findest du vielerlei Marienkäfer.

Wie kommst du hin?

Rheindürkheimer Rohrwiesen:

Auf der B 9 nördlich von Rheindürkheim in Richtung Gärtnerei Tils abbiegen. Gleich danach rechts abbiegen und auf dem ausgeschilderten Parkplatz parken. Von dort aus kannst du bequem zu Fuß bis zur Aussichtsplattform oder weiter bis zur Beobachtungshütte gehen.

Weitere Ausflugsziele in der Umgebung:

Westhofener Wingertsheisjer Wanderweg in Westhofen mit Wingertswurm Rallye

Weinwanderweg in Bechtheim

Vogellehrpfad Monsheim und Pfrimmgarten Monsheim

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