Für kleine Budgets Kinderglück

Spaß und Abenteuer bei der Wingertswurm-Rallye in Westhofen

westhofen

Der Wingertsheisje Weg hat Zuwachs bekommen – den Wingertswurm! Und das Beste: Für Kinder ist die Wingertswurm-Rallye ein echtes Abenteuer.

Die Wingertswurm-Rallye ist leicht zu lesen, aber der Versuch den Namen auszusprechen, lässt keine Knoten offen. Ziel der Rallye ist es, durch die Fragen an den 16 Stationen herauszufinden, wie der Wurm mit Namen heißt. Jede Frage offenbart einen Buchstaben.

Start – Los gehts

Mit gut gefülltem Picknick-Rucksack und einem geländegängigen Kinderwagen sind wir sonntags morgens um 10 Uhr gestartet. Oma und Opa, wir als Eltern, unsere drei Kinder im Alter von knapp zwei Jahren, vier Jahren, einem sechsjährigen Vorschulknaben und Familienhund Oscar.

Wanderweg Weinberge
Mit Kindern und Hund auf Rätsel-Tour

Vier Stunden sind für die Rätsel-Tour im Wonnegau ausgeschrieben, festes Schuhwerk und Verpflegung sind erforderlich. Im Nachhinein empfehlen wir dringend Sonnencreme und Kopfbedeckung einzupacken. Wir haben uns bei 18 Grad Durchschnittstemperatur alle einen Sonnenbrand eingefangen.

Startpunkt für die Rallye

Los geht es am Parkplatz „Am Nickelgarten“. Dort gibt es eine Info-Tafel mit dem Plan für die Wanderung. Die Fragen zur Wingertswurm-Rallye druckt ihr euch vorher zu Hause aus. Packt unbedingt einen Stift mit in den Wander-Rucksack. Empfohlen wird die spannende und entdeckungsreiche Tour für Kinder von 5-12 Jahren; versprochen wird Spaß für die gesamte Familie.

Fragen Wingertswurm-Rallye
Knifflige Fragen zur Wingertswurm-Rallye

Auf dem Weg

Kleiner Exkurs zum Hintergrund des Weges, der uns vorbei an 14 Wingertsheisjer verschiedener Epochen und zahlreichen unglaublich tollen Aussichtspunkten geführt hat.

Michael Jung, Experte für die Westhofener Heisjer (Heisje-Häuschen, Wingert-Weinberg), hat den Weg ausgearbeitet. Er kennt alle 54 Wingertsheisjer der Gemarkung und hat jedem Heisje einen Namen gegeben.

Der gut ausgeschilderte Wanderweg führt durch die typischen, rheinhessischen Hohlwege, vorbei an Ruhebänken, dem Westhofener Kreuz, blühenden Landschaften und zahlreichen Weinbergen. Du kannst von Frankfurt, über den Odenwald und Pfälzer Wald bis hin zum Donnersberg blicken.

Trullo Westhofener Weinberge

Spaß für die Kleinsten

Die Kinder starteten mit Feuereifer und erkannten schnell, dass uns die Tour von Haus zu Haus führt. Sie hielten immer wieder Ausschau nach dem nächsten Etappenziel und suchten bereits die Wege dorthin, bevor wir in die Karte sehen mussten. Das Logo des Themenweges war immer gut sichtbar und so waren die Wegweiser auch für die Vierjährige zu erkennen und gut zu lesen.

Interessiert wurde jedes einzelne Heisje begutachtet und gefesselt verfolgt, was die Info-Tafeln zu erzählen hatten. Denn daraus ergab sich meist ein Hinweis. Für die Fragen zählten wir Steine, lasen Inschriften, begutachteten Baustile und suchten nach versteckten Zahlen. Mit QR-Codes kannst du noch weitere Informationen entdecken. Dies erschien uns für das Alter der Kinder jedoch zu weitreichend.

wingertswurm-rallye fragen beantworten

Unterstände für die Wingertsschützen

Interessanter war der eigentliche Hintergrund der Schutzhäuser, welche früher Unterstand bei Regen, für Arbeiter und Wingertsschütz waren. Während unseren Kindern im Herbst die Schussapparate zum Vertreiben der tierischen Traubenräuber wohl bekannt sind, gab es in ihrem Leben erst einmal die Gelegenheit einen Wingertschütz aus Fleisch und Blut bei der Arbeit zu beobachten. Bei dieser Wanderung lebte das wieder auf.

Wingertsschützen sind Männer, die den Weinberg vor Dieben aller Art bewachten, in die Luft schossen oder laut die hölzerne Knatter betrieben.

Bienen, Hasen und Rehe kreuzen unseren Weg

Die erste Hälfte des Weges führt langsam bergauf und schon nach kurzer Zeit kamen wir an einen Nussbaum mit Ruhebank. Der Baum wurde erklettert, die Baumart geklärt, der Blick genossen. Durch den typischen Hohlweg geht es weiter nach oben. Vorbei an Erd- und Wildbienen. Du kannst sie über mehrere Quadratmeter Erdwand beobachten und entdecken, ohne dass du das Gefühl hast, dich fürchten zu müssen. Friedlich und emsig verrichten sie ihre Arbeit und wir durften dabei sein. Einfach so….

Tauchst du dann aus der Hohl auf den betonierten Weg, erlebst du sofort das erste Aaaaaah, denn du kannst weit über die Weinberge sehen, Hasen und Rehe beobachten wie sie sicher und in weiter Entfernung in der Sonne springen.

Auf dem Weg vom rosa Heisje zum Missionsheisje gab es schon viel zu entdecken und die ersten Buchstaben wurden gefunden. Die Kinder hatten den Dreh raus und noch genug Kraft in den Beinen, um die nächsten Stationen zu entdecken. Besonders beliebt das „Julius-Türmsche“: die Ritterburg der Kinder. Du kannst den Turm erklimmen und vom Zinnengang bis hinunter ins Dorf und weit darüber hinaus sehen. Die mächtige Eiche neben dem Turm bietet Schatten zu unserer ersten Rast, während Ritter und Prinzessinnen turnen und stöbern.

juliusturm westhofen

Weiter geht der romantische Weg. Man fühlt sich zeitweise in die Toskana versetzt und fast die gesamte Strecke bietet einen weiten Blick, der staunen lässt. Die Kinder entdecken Schnecken, Raupengespinste, einen Feigenbaum und sogar erste Früchte an den Reben. Alle Arten von Insekten werden begutachtet, Bäume erklommen, Kräuter und Blumen benannt. Steine gesammelt, Pusteblumen geblasen und jede Menge Fragen werden gestellt und auch weitestgehend beantwortet.

oberes brunnenheisje

Picknick auf dem Themenweg

Ganz oben, noch über dem Zweiraum-Heisje, machten wir nach zwei Stunden unser Picknick: auf einer Bank im Schatten einer Esche, mit dem allerbesten Panorama des Tages. Eine Dreiviertel-Stunde dort zu verweilen war kein Hexenwerk. Der Hang lud die Kinder zum Klettern ein, der Baum wurde erklommen und die Fernsicht ließ keine Wünsche offen. Hinter uns konnten wir schon eine Halle des Nachbardorfes erahnen und wir waren mächtig stolz über den zurückgelegten Weg.

Das Ziel ist nah

Ab jetzt ging es nur noch nach unten. Kaum steil, denn immer wieder führte der idyllische Wanderweg nach rechts und links. Müdigkeit kam so keine auf und auch die zweite Hälfte der Strecke bot genauso viele tolle Momente wie die erste. Interessante Häuschen, eine Sonnenuhr und ein Brunnenhaus mit einer sagenumwobenen Geschichte. Die Pinien am Wegesrand versetzten uns in Gedanken nach Italien.

Jetzt kommt die Belohnung

Die Kinder sahen ihren Heimatort näher kommen und rannten dem Ziel müde entgegen. Sie hatten alle Aufgaben richtig gelöst und den Namen des Wingertswurms herausgefunden! Die Belohnung: ein leckeres Eis. Jedes Kind, das den ausgefüllten Zettel beim Eiscafé Amalfi in Osthofen abgibt und den Wingertswurm richtig benennen kann, bekommt zur Belohnung eine Kugel Eis.

Unsere Wingertswurm-Rallye endete nach fünf Stunden, inklusive großem Picknick und vielen kleinen Stopps, auf dem historischen Markplatz im Dorf.

Den Ortskern entdecken

Wer immer noch nicht genug hat, kann die Tour noch weiter laufen: durch den historischen Ortskern mit der wunderschönen und traditionellen Kellergasse bis hin zur Seebachquelle.

Dort gibt es einen kleinen Kneippweg und du kannst bei jahreszeitunabhängigen 10 Grad Wassertemperatur die müden Beine und Füße erfrischen. Für die Kinder ist die Quelle ein absolutes Highlight, denn sie können hier die Enten beobachten, die Quelle sehen und – am Fischfutter-Automat gibt es Futter für die teils riesigen Forellen.

Forellen in der Seebach

Hier findet ihr noch mehr Impressionen zum Themenweg.

*Artikel enthält unbezahlte Werbung.*

Wie kommst du hin?

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Bahnhof Osthofen oder Bahnhof Alzey

Von dort weiter mit dem Bus Linie 434 von Osthofen oder der Linie 427 von Alzey bis zur Haltestelle in Westhofen „an der Verbandsgemeinde“

Richtung Marktplatz – GUT LEBEN am Morstein – Nickelgarten

Mit dem Auto:

A61 Ausfahrt Gundersheim/Westhofen abbiegen auf L386 Richtung Westhofen, links abbiegen Ohligstraße, am Markplatz vorbei, links abbiegen in die Mainzer Straße

Parken:

Parkplatz am Nickelgarten

Weitere Parkplätze am Friedhof Mainzer Straße

Was brauchst du?

Festes Schuhwerk, bequeme Wanderkleidung, Rucksackverpflegung und je nach Temperatur Sonnencreme – Trinken nicht vergessen!

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